Erweiterung der bestehenden Stadthalle Heidelberg zu einem Konferenzzentrum

Perspektive

Nichtoffener Realisierungswettbewerb nach RPW 2008 mit vorgeschaltetem, offenen Bewerberauswahlverfahren

Wettbewerbsaufgabe

Gegenstand des Wettbewerbs ist die Planung der Erweiterung der Stadthalle zur Verbesserung der Konferenznutzung.

Preis

Am 12.11.2009 erhielten wir vom Preisgericht den 1. Preis.

Entwurfskonzept

Die bestehende Stadthalle präsentiert sich vor der historischen Stadtsilhouette als prägnanter Solitär. Die weitere städtebauliche Entwicklung am Neckarufer wird dieses Erscheinungsbild noch steigern. Die Erweiterung reagiert als kraftvoller Kubus der sich als spannungsvolles Gegengewicht auf die städtebauliche Situation sieht. Ein Dialog aus Geschichte und Gegenwart, von „Alt“ und „Neu“.

Der Neubau respektiert und interpretiert den historischen Bestand und bildet über eine gemeinsame Höhenentwicklung und Proportionen zusammen mit dem Altbau eine formale wie funktionale Einheit. Textur und Materialität formulieren spannungsvolle Kontraste, die jeweils eigene Identitäten ausdrücken. Eine gemeinsame Farbigkeit verbindet das Ensemble.

Eine deutliche Fuge trennt und ermöglicht die Souveränität der beiden Baukörper. Ein gemeinsamer Sockel verbindet die gemeinsamen Funktionen. Als erhöhte Terrasse mit der zentralen Erschließung kann dieser Bereich zusätzlich für Veranstaltungen und das Restaurant genutzt werden.

Eine breite Treppenanlage bildet dabei eine einladende Geste zum Neckar.

Fließende Übergänge, großzügige Foyer- und Erschließungsfläche bestimmen den Weg ins Gebäudeinnere und lassen dabei abwechslungsreiche Raumfolgen und vielfältigen Ausblicke auf Neckar und Stadtsilhouette entstehen.

Helle, gut belichtete Erschließungszonen verleihen dem Gebäude eine freundliche Atmosphäre und einladenden Charakter. Attraktive Aufenthaltsbereiche bieten die Möglichkeit zum Verweilen, Schauen, Informieren und Unterhalten.

Gegenüber der starken äußeren Farbigkeit präsentiert sich die inneren Räume zurückhaltend und lässt sich dadurch insbesondere für Ausstellung gut nutzen.

Auszüge aus dem Preisgerichtsprotokoll

Die Stärke der Arbeit liegt in ihrer Klarheit und Verständlichkeit. Die Erweiterung der Stadthalle erfolgt mit einem vergleichsweise lang gestreckten und schlanken Baukörper, der den Montpellierplatz und das angrenzende Wohnhaus überbaut. An der Nordseite nimmt der Neubau Bezug auf die Flucht der Stadthalle, an der Südseite springt er deutlich zurück. Damit ergibt sich zum Ufer hin eine klare Kante, während die enge Situation zur angrenzenden Wohnbebauung hin eine wohltuende Aufweitung erfährt. Zwischen Jubiläums- und Krahnenplatz wird somit eine spannende Abfolge von Plätzen, Engstellen und Aufweitungen geschaffen.

Zur Stadthalle hin hält der Neubau deutlich Abstand und ermöglicht damit die Freihaltung der Sichtbeziehung von der Bienenstraße zum Neckar. Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau erfolgt über eine Terrasse, die einen niveaugleichen Zugang zu beiden Gebäuden ermöglicht und für Veranstaltungen sowie für die Außengastronomie genutzt werden kann. Im 1. Obergeschoss werden die beiden Baukörper über einen filigranen, verglasten Steg verbunden.

Durch das strenge Fassadenraster wird die kubische Form des Gebäudes überhöht; es entsteht ein starker Kontrast zur Plastizität und zum Facettenreichtum der historischen Stadthalle. Positiv gesehen wird vom Preisgericht, dass die Trauf- und Sockelhöhen der Stadthalle aufgenommen und in überzeugender Form fortgesetzt werden. Die Lage und Höhe der Kongresssäle im Neubau ist durch die transparenten Dachaufbauten ablesbar.

Angenehm empfunden werden seitens des Preisgerichts die maßvolle Höhenentwicklung des Baukörpers und die Aufnahme der nördlichen Baukante. Der geometrisch klar definierte Baukörper schafft im heterogenen Umfeld der Altstadt neue Bezüge und tritt im Uferbild mit angenehmer Zurückhaltung auf.

Präsentationsplan 1
Präsentationsplan 2

Wettbewerb 2009: 1. Preis

Ausloberin: Stadt Heidelberg vertreten durch Stadtplanungsamt, Heidelberg

Mitarbeit: Isabelle Weisleder

Visualisierungen: Sebastian Mulfinger

Innenperspektive