Neubau eines Museums- und Ausstellungsgebäudes im Römerpark Ruffenhofen

Ansicht

Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit kombiniertem Auswahl- und Losverfahren

Wettbewerbsaufgabe

Für den Standort Ruffenhofen, der seit 2003 als archäologischer Park erschlossen wird, ist der Neubau eines Museums in landschaftlich geprägter Umgebung geplant. In dem Bau soll besonders die Einheit von Limes, Kastellen und Lagerdörfern am Beispiel von Ruffenhofen aufbereitet werden. Geplant ist ein Multifunktionsbau (archäologische Ausstellungsfläche, Räume für Didaktik, Sanitär, Büroräume mit Bibliothek, Funddepot), in dem u.a. das Thema römischer Limes mit Schwerpunkt Kastell und Siedlung Ruffenhofen anschaulich und modern präsentiert werden soll. Die Vermittlung soll insbesondere über ein großes Kastellmodell und ein Museumskino als zentralem Element erfolgen. Der geplante Bau liegt gut einsehbar direkt am Rand zur UNESCO-Schutzzone von Ruffenhofen.

Preis

Am 11.12.2010 erhielten wir in ArGe mit Landschaftsarchitekt Werner Franz, München, vom Preisgericht den 1. Preis

Auszug aus den Erläuterungen

Das neue Limeseum bildet den Auftakt für die Besichtigung des Römerparks. Es nimmt den Besucher in Empfang, macht ihn mit Geschichte und Ort vertraut und bereitet ihn dadurch auf den Rundgang über das Gelände vor. Angemessen markant fügt sich das neue Museum mit seiner klaren Gestalt in die umgebende Hügellandschaft ein. Das Gebäude in Form eines filigranen hölzernen Rings folgt dabei dem Geländeverlauf und scheint, je nach Blickrichtung, nahezu über der Landschaft zu schweben.

Über einen leicht geschwungenen Fußweg, der Parkplatz und Aussichtsplattform verbindet, erreicht der Besucher auch das Limeseum. Eine Öffnung zum Weg hin kennzeichnet den Eingang des ringförmigen Baukörpers und führt zum zentralen Foyer, das gleichzeitig Ausgangspunkt für den Besuch der Ausstellung ist. Eine breite, nahezu unmerklich ansteigende Rampe führt – wie eine Fortsetzung des Fußwegs zum Museum – entlang der Fassade zu den angeschlossenen Ausstellungsbereichen, die als „Raum im Raum“ konzipiert sind.

Als wesentlicher Bestandteil der Ausstellungslandschaft bieten die Erschließungsflächen zusätzlichen Raum für Präsentationen. Fließende Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen auf unterschiedlichen Höhenniveaus sorgen für eine offene Atmosphäre und ermöglichen die flexible Nutzung des Ausstellungsbereichs.

Großzügige Ausblicke mit wechselnden Perspektiven schaffen eine Verbindung zur umgebenden Landschaft und inszenieren so den geschichtsträchtigen Kontext des Limeseum. Am Ende des Rundgangs gipfeln sie – gleichsam als Höhepunkt – in einem Blick über das Limes-Gelände, hin zu dem Standort des ehemaligen Kastells. Die historisch-räumlichen Zusammenhänge werden durch diese Einbeziehung der Umgebung für den Besucher visuell erlebbar.

Auszüge aus dem Preisgerichtsprotokoll

Der Entwurf beeindruckt durch die an diesem Ort unerwartete eigenwillige Gebäudeform.

Die faszinierende Idee, die Ausstellung vom Eingangsbereich her in einer Aufwärtsspirale zu durchschreiten, ist auf den ersten Blick stringent und schlüssig vorgetragen. Insbesondere das allgegenwärtige Landschaftserlebnis im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Ausstellungsbesuch kann überzeugen.

Die schwierige Spiralform wird formal sicher beherrscht, es entsteht ein zeichenhaftes, sympathisch anmutendes Gebäude. Die gewählten Materialien und die sorgfältigen Details erzeugen ein zurückhaltendes Erscheinungsbild, das die Wirkung der ausdrucksstarken Baukörperform unterstreicht.

>Zum realisierten Projekt

Wettbewerb 2010: 1. Preis

Ausloberin: Gemeinde Gerolfingen

Mitarbeit und Visualisierungen: Sebastian Mulfinger

Landschaftsarchitekt: Werner Franz, München

Präsentationsplan 1
Präsentationsplan 2
Modell