Lageplan

Nichtoffener Realisierungswettbewerb mit Ideenteil und vorgeschaltetem Auswahl- / Losverfahren mit 25 Teilnehmern

Wettbewerbsaufgabe

(Auszug aus der Auslobung)

Das Landratsamt Miesbach ist derzeit auf 8 Standorte im Stadtgebiet verteilt untergebracht. Nachdem Ende 2014 das Amt für Land- und Forstwirtschaft, sowie die „Almschule“ ihre neuen Räumlichkeiten im Grünen Zentrum Holzkirchen bezogen haben, möchte der Landkreis die Chance nutzen, die derzeit ausgelagerten Fachbereiche wieder zentral an das Stammhaus an der Rosenheimer Straße anzugliedern.

Teile der durch den Umzug des ALF und der Schule frei gewordenen Räumlichkeiten in den Häusern E1 und E2 (vgl. Anlage 01) werden derzeit im Notbetrieb durch das Landratsamt Miesbach genutzt. Die Bausubstanz der Häuser E1 und E2 wird generell als nicht erhaltenswert betrachtet. Im Haus E1 kann aktuell nur das Dachgeschoss genutzt werden. Erdgeschoss und 1. Obergeschoss sind aufgrund bautechnischer Mängel derzeit nicht nutzbar, daher sollen die Gebäude abgebrochen werden und ein Ersatzbau auf dem Grundstück mit der Flurnummer 667/21 errichtet werden. Die Abteilungen 2 „Kommunales, Sicherheit, Veterinärmedizin und Verbraucherschutz“ und 4 „Soziales und Gesundheit“ sollen in dem neuen Gebäude untergebracht werden.

Als Ideenteil werden die Grundstücke 667/22, 667/23 und teilweise 667/26 einbezogen. Hier soll ein Geschosswohnungsbau mit rund 26 Wohneinheiten entstehen. Ein geringer Anteil an Laden- oder Büroflächen entlang der Münchner Straße ist ggf. möglich. Auf diesen Grundstücken soll neben den Stellplätzen für die Wohnnutzung, auch überwiegend der künftigeStellplatzbedarf des Landratsamtes mit untergebracht werden.

Auf dem gesamten Wettbewerbsgebiet sind insgesamt ca. 244 Stellplätze nachzuweisen.

Preis

Am 03.07.2018 erhielten wir zusammen mit Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner vom Preisgericht den 1. Preis

Architektonisches Konzept

Der Entwurf übernimmt die städtebauliche Grundkonzeption des Bebauungsplans, die neuen Baukörper entlang der Münchner Straße als klare Raumkante zum Grünraum der Klosterwiese zu organisieren, entwickelt aber funktionale Anforderungen und Erscheinungsbild auf eigene Weise.

Das große Bauvolumen wird in zwei Flügel und einen Verbindungsbau gegliedert und in dieser angemessenen Maßstäblichkeit in den städtebaulichen Kontext platziert, wobei insbesondere die neuen Gebäudekanten bestehende Raumfluchten übernehmen und sich die geneigten Dachflächen in die Typologie der benachbarten Bebauung einfügen.

Die differenzierte Höhenentwicklung schafft dabei Präsenz und eine Adressbildung zur Münchner Straße sowie einen moderaten Übergang zum Gebäudebestand.

Die S-Form des Neubaus ermöglicht einerseits eine optimierte Ausnützung des zur Verfügung stehenden Grundstücks und unterstützt andererseits die Raumbildung des großzügigen Gartenhof als Mitte des Gebäudeensembles.

Ein transparenter Sockel schafft ein offenes Erscheinungsbild und macht so die öffentliche Nutzung im Stadtraum erkennbar. Ein Schirm aus vertikalen Holzlamellen schützt vor direkten Einblicken. Eine klare Verteilung der beiden Abteilungen auf die Gebäudeflügel und Gliederung der jeweiligen Fachbereiche auf Geschosse schafft Übersichtlichkeit und eine leichte Orientierung. Eine großzügige Halle als Haupterschließung über alle Ebenen und zum Licht führende Flure sorgen für eine helle freundliche Atmosphäre.

Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll

Der Entwurf überzeugt durch seine einfache und klare städtebauliche Konfiguration. Durch die Z-förmige Anordnung der Baukörper entsteht ganz beiläufig ein großzügiger offener Platz mit dem Charakter eines Gartenhofes. Von dem Platz aus können zentral und übersichtlich alle Gebäude und Abteilungen des Landratsamtes rasch und (gleichberechtigt) erreicht werden.

Der vorhandene Baumbestand wird dadurch weitestgehend erhalten. Der westliche Gebäudeflügel an der Münchner Straße ist 4-geschossig, nach Osten hin wird durch den lediglich 3-geschossigen Bauteil Rücksicht auf die nachbarliche kleinmaßstäblichere Bebauung genommen.

Auf der Nordseite entsteht ein weiterer, jedoch eindeutig kleinerer Vorplatz. Die Gebäudeerschließung über die beiden Vorplätze ist angenehm und schlüssig gelöst, die Eingänge und das Foyer im Verbindungsbau zwischen den beiden Gebäudeflügeln ist (gebäudetypologisch und funktional) folgerichtig angeordnet.

Von hieraus ist auch im Gebäudeinneren eine übersichtliche und einfache Orientierung und Besucherführung möglich. Die Funktionalität ist aus Verwaltungssicht gewährleistet. Dabei wird auf Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Ökologie in höchstem Maß Wert gelegt. Durch die Wahl der Bauweise ist ein hoher Grad an Flexibilität gegeben.

Durch die klare aber abwechslungsreiche Gestaltung der inneren Erschließungsflächen, entstehen differenzierte Aufenthaltsbereiche mit hoher Qualität. Die Verwendung des Baustoffes Holz gewährleistet ein gutes Raum- und Arbeitsklima. In dem großen Gartenhof werden fast alle Bäume erhalten.

Ansicht Süd

Wettbewerb 2018: 1. Preis

Auslober: Landratsamt Miesbach

Mitarbeit: Luis Gutiérrez Sagüillo

Landschaftsarchitekt: Schegk Landschaftsarchitekten | Stadtplaner, Haimhausen

Ansicht West