karlundp, München

Probebühne Tiroler Landestheater
2003
Innsbruck, Österreich

Die neue Probebühne musste in stadträumlich beengter Lage eingefügt werden. Das städtebauliche Konzept legt daher seinen Fokus auf eine angemessene Reaktion auf das vorhandene Umfeld und die Stärkung der innerstädtischen Wegebeziehungen.

Vielfältige Funktionszusammenhänge, unterschiedliche Raumhöhen und ein heterogener, durch eine fortwährende Erneuerung und Erweiterung des Baubestandes geformter Altbaubestand beeinflussen das architektonische Konzept. Der Neubau wird nicht als „endgültiger Zustand“, sondern als weitere Etappe in der Baugeschichte des Landestheaters gesehen.

Sowohl der Neubau als auch das bestehende Theatergebäude umfassen sieben Ebenen. Die Geschosshöhen des an das Bestandsgebäude angedockten Neubaus sind der jeweiligen Nutzung angepasst und betragen zwischen 2,80 und 9 Metern. Aus diesen sehr unterschiedlichen Raumhöhen- und abmessungen ergab sich unser wesentliches Entwurfsprinzip: das Anordnen und Zusammenfügen der in Fläche und Höhe unterschiedlichen Proberäume.

Das Ergebnis ist ein skulpturaler Anbau, bei dem Vor- und Rücksprünge sowie eingeschnittene Fensterbänder die monolithisch anmutenden Fassaden ordnen und unterteilen. Die sich teilweise aus dem Gebäude herausschiebenden Kuben machen auch für den außenstehenden Betrachter Funktion und Charakter des künstlerischen Werkstattgebäudes ablesbar.

Die Beschaffenheit der verwendeten Materialien spiegelt bewusst die Funktion des „Zweckbaus“ Theaterwerkstatt wider. Lichtlinien und die farbigen Akzente der Türen und Tore helfen den Nutzern, sich im Gebäude zu orientieren.

Die Errichtung des Neubaus wurde, genauso wie die Sanierung und der Umbau des Bestands, bei laufendem Betrieb durchgeführt.

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